RENATURIERUNG

Das Wochenblatt berichtete über unsere Renaturierungsaktion:

http://services.kreiszeitung-wochenblatt.de/uploads/blaetterkatalog/ausgabe/sa/nh/22082015/index.html

s. auch unter Aktuelles



Am 09.Mai 2015 war es wieder soweit: Mit grossem Gerät des Seeveunterhaltungsverbandes und vielen freiwilligen Helfern der Seevefreunde wurde das letzte Teilstück der Renaurierungsstrecke Holm fertiggestellt.

Ein TV-Team hat die Arbeiten für die Dokumentation "Menschen an der Seeve" begleitet. Erwin Kausch, Andreas Meyer, Dieter Gather und andere Seevefreunde durften Interviews geben und die Ziele der Seevefreunde erklären.

Wir danken der Redakteurin Karen Schmidt von der MfG-Film für die angenehme Zusammenarbeit.



Die Ergebnisse der neuen Gewässergüteuntersuchung zum GEO Tag der Artenvielfalt sind auf unserer naturgucker - Aktionsseite online.

Gewässeruntersuchung am Steinbach am 28.6.2014

Der Steinbach ist ein Seitenbach der Seeve, der sein Quellgebiet in der Stadt Buchholz hat. Kurz vor dem Einfluss in die Seeve wird er durch ein Wehr aufgestaut, sodass seine Fließgeschwindigkeit  hier deutlich abnimmt. Auf diesem unteren Teil kommt es deswegen auch zu stärkeren sandig/schlammigen Ablagerungen. Leider kommt es 1-2x im Jahr zu starken Vertrübungen aus dem Bereich Buchholz/Seppenser Mühlenteich, deren Ursache für uns nicht nachvollzogen werden konnte. Wahrscheinlich hat es mit dem Überlauf von Nachklärbecken zu tun. Bedauernswert ist auch, dass im unteren Bereich kurz vor der Einmündung in die Seeve ca. alle 2 Jahre Teile des Baches ausgebaggert werden und so die Entstehung der natürlichen Meandrierung immer wieder unterbunden wird.

Trotz dieser weniger erfreulichen Erscheinungen ist der Steinbach für die Fischfauna insofern von Bedeutung, als dass er ein sehr gutes Ablaichgebiet für Bachforellen und Meerforellen(?) darstellt (sehr gute „stabile“ Kiesbetten). Der Fischbestand an Forellen bis zu 25-35 cm kann als gut eingeschätzt werden. Der Steinbach wird von uns auch seit einigen Jahren als Einsatzgebiet von Brutboxen (ca. 5 Stck. a 500 Eier) genutzt.

In diesem Frühsommer wurde von uns eine Renaturierungsmaßnahme auf ca. 500 Meter Länge durchgeführt (Einbringung von wechselseitigen Kiesbetten, Blocksteinen und Rauschen).

Besonders mit Bezug auf diese Renaturierung wurde diese Gewässeruntersuchung durchgeführt. Ein Vergleich der Werte soll in den nächsten Jahren stattfinden.

Aufgrund der schlechten Wetterlage wurde am Untersuchungstag auf eine Auszählung der gefundenen Tiere und eine exakte Berechnung des Saprobienindexes verzichtet. Gearbeitet wurde auf ca. 50 m Bachlänge mit den üblichen Methoden. Es konnte interessanterweise folgendes festgestellt werden:

Es wurden keine Steinfliegenlarven gefunden. Es wurden kaum größere Eintagsfliegenlarven im Endstadium ihrer Entwicklung gefunden. Stattdesssen existierte ein extremes Vorkommen an Larven im Kleinststadium. Dies lag wahrscheinlich daran, dass die eingebrachten Steine und Kiese noch nicht ausreichend besiedelt werden konnten. Köcherfliegenlarven mit Köcher und Bachflohkrebse gab es ebenfalls sehr reichlich, außerdem einen Wasserskorpion und ca.  10 Köcherfiegenlarven ohne Köcher. Diese geringe Anzahl lässt sich dadurch erklären, dass in dem Bereich des Untersuchungsgebietes nur wenige Stellen mit Schlammablagerungen zu finden waren. Zwei von uns gefundenen Dreiecksstrudelwürmer ließen den Schluss zu, dass es sich um eine recht gute Gewässerqualität handeln müsste (geschätzt  „Gewässergüteklasse 2“, eventuell besser).

Es ist zu hoffen, dass nach einer stärkeren Besiedelung des Bachgrundes im nächsten Jahr die Werte in Bezug auf Anzahl und Artenvielfalt besser ausfallen. Aus diesem Grunde soll die Untersuchung im nächsten Jahr wiederholt werden, um festzustellen, ob die Renaturierungsmaßnahmen  sich langfristig positiv auf den Saprobienindex ausgewirkt haben.

                       Holger Kühn, Thorsten Biermann


Renaturierung des Steinbachs 2014

Text und Fotos: Andreas Meyer, 1. Gewässerwart

Der Steinbach entspringt in Buchholz i.d. Nordheide und mündet in der Seeve. Im oberen Bereich fliesst der Bach noch sehr natürlich und hat einen sehr guten Bachforellenbestand. Im unteren Bereich wurde der Bach begradigt und sogar aus seinen ursprünglichen Bachbett gerissen.

Durch die Begradigung des Bachbetts  fehlt die Struktur, und der Bach führt nur Sand, welcher alles Kleinlebewesen unter sich begräbt. Es fehlt Nahrung für die Bachforelle und die Vermehrung ist unmöglich. Ziel der Renaturierung ist es, die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen und die Struktur im Bach abwechslungsreicher zu gestalten. Es sollten möglichst tiefe Gumpen entstehen, Rauschen, Kiesbänke und ein sich schlängelnder Fluß .

Um solch ein Projekt durchzuführen, sind detaillierte Vorbereitungen sehr wichtig. Als Erstes ist die Genehmigung vom Besitzer einzuholen. Dann muss ein Antrag bei der unteren Wasserbehörde und der Naturschutzbehörde gestellt werden. Wenn diese ihr O.K. geben, kann man mit der Planung beginnen. Planung bedeutet in diesem Stadium z.B.: Wo sollen die Umlenker , die Rauschen und die Kiesbänke entstehen? Durch die Planung bekommt man


 

 

auch einen Überblick, wieviel Material benötigt wird. Auf einer Strecke von 500 Metern haben wir ca. 100 Tonnen Kartoffelsteine und 30 Tonnen Kiesel in verschiedenen Körnungen verarbeitet. Eingebracht wurden die Steine an zwei Tagen, mit 5 Mann u. zwei Traktoren. Es wurden 4 Rauschen und 10 Umlenker angelegt. Die grösste Rausche besitz ein Länge von ca. 30 Metern.

Der Steinbach hat sich über den Sommer sehr gut entwickelt (siehe Photos). Es ist sehr erstaunlich, wie gut sich die Pflanzen auf vorher sandigem und nun kieseligem Untergrund entwickeln konnten. Wir hoffen, daß der angetriebene Sand die Kieselbänke nicht unter sich begräbt, und die Bachforelle sich nun wieder selbst reproduzieren kann.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei der Familie Cohrs und beim Seeveverband für deren tatkräftige Unterstützung dieses Projekts.




Die GEO-Tag der Artenvielfalt Seite mit unseren Aktionen gibt es hier:

http://www.naturgucker.de/natur.dll/$/

 


Unser Vorsitzender hat diesen Tipp einer sehr interessanten Vortragsreihe in Sachen

 

Kleinmaßnahmen zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern

 

Unbedingt lesenswert!

 

- Geplante Renaturierungsmassnahmen für 2014:

Umfangreiche Arbeiten gegen eine Versandung des Steinbachs.

A.Meyer wird über Arbeitseinsätze informieren.

 

Unsere Aktionen werden auch dieses Jahr wieder in enger Absprache mit der Abteilung "Naturschutz und Landschaftspflege" des Landkreises Harburg und durch diese mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geplant und durchgeführt.

 




GEO - Tag der Artenvielfalt

- In den Jahren 2012 und 2013 waren wir mit unseren renaturierten Strecken beim Projekt "Tag der Artenvielfalt", das von der Zeitschrift GEO in Zusammenarbeit u.a. mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Institut für Biodiversitätsinformation initiiert wird, vertreten.

 

Die Beiträge der entomologischen Untersuchungen unserer renaturierten Seevebereiche sind z.B. auf unseren dortigen Projektseiten von 2012 und 2013 einsehbar.

 


Auch in 2014 werden wir uns hier gern wieder engagieren!

 


SEEVEFREUNDE BAUEN FÜR DEN FISCHSCHUTZ NATURNAHE TOTHOLZUNTERSTÄNDE

 

Foto: J.H. Käbler

- Ein sehr interessanter Bericht von J-H Käbler über Totholzeinbringung in der Seeve, vielen Dank!

 


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